Das Wort Pilger kommt vom Lateinischen „peregrinus“, was so viel wie „Wanderer“ oder „Reisender“ bedeutet. Es wurde schon in der Antike für Menschen genutzt wurde, die religiöse Orte aufsuchten. Das Wort „fahren“ beziehungsweise „faranan“ meinte im Althochdeutschen noch ganz allgemein „gehen“ oder „sich bewegen“. Erst seit es Kutschen und Autos gibt, bezieht sich der Begriff ausschließlich auf Fahrzeuge. Eine Pilgerfahrt ist also im ursprünglichen Sinn eine Reise oder Wanderung zu einem religiösen Ort.
Pilgerorte in den Religionen
Was das für Orte sind, ist in den Religionen sehr unterschiedlich. Es gibt aber einige Gemeinsamkeiten. Sehr häufig werden die Gräber von Religionsstiftern, Heiligen oder für die Religion besonders bedeutenden Personen aufgesucht. Eine weitere Art von religiösen Orten sind solche, die mit besonderen Ereignissen in der Geschichte der Religion verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel Orte, die bei ihrem Entstehen oder den Offenbarungserlebnissen ihrer Stifter und Propheten wichtig waren. Aber auch Ruinen gehören dazu, die von früheren religiösen Gebäuden zurückgeblieben sind.
Warum Menschen pilgern
Das Pilgern ist also in vielen Religionen ein wichtiger Bestandteil des Glaubens. In einigen ist die Pilgerreise zu einem bestimmten Ort sogar eine religiöse Pflicht oder stark empfohlen. Viele Gläubige nutzen solche Anlässe, um sich mit der Geschichte ihrer Religion zu beschäftigen und sich besonders gründlich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Oft sind den Menschen dabei auch der Weg selbst und die Erfahrungen, die sie auf ihrer Reise machen, sehr wichtig. Sie lernen dabei neue Menschen kennen, die ihren Glauben teilen, und kommen mit ihnen über religiöse Themen ins Gespräch, über die sie sonst vielleicht eher selten sprechen können.