Hallo, Sophie. Die Frage, was Hoffnung in den verschiedenen Religionen bedeutet, haben wir Expertinnen und Experten aller Religionen auf religionen-entdecken.de gestellt. Hier sind ihre Antworten:
Hoffnung im Bahaitum
Bahai glauben daran, dass Gottes Liebe immer da ist und den Menschen hilft. Jeder Mensch kann sich sein Leben lang weiterentwickeln. Sogar nach dem Tod entwickelt sich die Seele weiter. Und für die ganze Menschheit gibt es eine große Hoffnung: dass eines Tages alle Kriege aufhören und alle Völker und Religionen der Welt friedlich miteinander leben – wie eine einzige, weltweite Familie.
Hoffnung im Buddhismus
Die Hoffnung von Buddhistinnen und Buddhisten liegt in der Zukunft. Denn sie glauben, dass sie im jetzigen Leben schon ihr zukünftiges Leben gestalten. Sie selbst haben es also in der Hand, ob das nächste Leben besser wird. Sicherheit und Gewissheit gibt ihnen dabei die Zufluchtnahme zur buddhistischen Gemeinschaft, die Sangha heißt.
Hoffnung im Christentum
Christinnen und Christen hoffen für das Hier und Jetzt, dass Gott immer bei ihnen ist und ihnen ihre Schuld vergibt. Für die Zeit nach ihrem Tod hoffen sie auf das ewige Leben. Der Grund für die Hoffnung im Christentum ist die Auferstehung von Jesus Christus nach seinem Tod am Kreuz. Denn in diesem Moment hat er den Menschen gezeigt, dass alle Grenzen der Welt ein Ende haben können und das Leben dann sogar über den Tod siegt.
Hoffnung im Hinduismus
Hindus suchen Zuflucht bei Gott. Das bedeutet, sie vertrauen darauf, dass Gott sie auf den richtigen Weg führt. Die heiligen Schriften des Hinduismus zeigen ihnen außerdem, wie sie richtig leben, um ihr Karma und ihre Zukunft mit guten Taten zu beeinflussen.
Hoffnung im Islam
Musliminnen und Muslime glauben, dass in jeder Situation etwas von der Kraft Gottes steckt. Dieser Gedanke gibt ihnen das Vertrauen, dass nach einem schwierigen Moment im Leben alles auch wieder besser werden kann. Darauf hoffen sie und bitten Allah um Begleitung und Unterstützung.
Hoffnung im Judentum
Ein Beispiel hilft, das jüdische Verständnis von Hoffnung zu verstehen: Hatikwa, die Hoffnung, heißt der Titel der Nationalhymne des Staates Israel. Tikwa, Hoffnung, drückt in diesem Fall die Erfüllung einer etwa 2.000-jährigen, unerfüllbar scheinenden Sehnsucht des jüdischen Volkes aus, nach ihrer Vertreibung durch die Römer wieder in ihr Heimatland zurückzukehren.
Hoffnung hängt aus jüdisch religiöser Sicht mit dem hebräischen Wort Emuna zusammen. Emuna heißt auf Deutsch Vertrauen und bedeutet, dass Jüdinnen und Juden darauf vertrauen, dass G’tt sie nie alleine lässt. Hoffnung steht somit aus jüdischer Sicht für ihre Zuversicht, dass alles besser wird, der Messias kommt und Frieden für die Welt bringt. Emuna und Tikwa gehören fest zusammen. Denn für den zuversichtlichen Blick in die Zukunft braucht es das Vertrauen auf G’tt.
