5.000 Muslime beten in der Sehitlik-Moschee im Berliner Stadteil Neukölln zu Beginn des Opferfestes.
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Opferfest
- Id al-Adha ist das wichtigste Fest der Muslime
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Zu Beginn des islamischen Opferfestes versammeln sich 5.000 Gläubige in der Sehitlik-Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln zum Festtagsgebet.

Id al-Adha ist das arabische Wort für Opferfest. Das große Familienfest gehört zur Pilgerfahrt der Musliminnen und Muslime und ist der höchste Feiertag im Islam. Er erinnert die Gläubigen im Islam und dem Alevitentum daran, dass sie Gott grenzenlos vertrauen dürfen, und ruft sie zur Hilfsbereitschaft auf. 

Das Opferfest dauert drei Tage lang. Die Rituale beginnen aber schon am Vortag. Er heißt „Tag Arafat“ und ist nach einem Berg benannt. An ihm beten viele Pilgerinnen und Pilger am Tag vor dem Opferfest vom Mittag bis zum Abend und konzentrieren sich dabei ganz auf Gott. Viele Musliminnen und Muslime, die nicht an der Pilgerfahrt teilnehmen, fasten an diesem Tag. Es heißt, dass ihnen dann die Sünden für das vergangene und für das laufende Jahr verziehen werden.

Am ersten Morgen des Opferfestes herrscht in vielen Moscheen dichtes Gedränge. Auch die Frauen sind an diesem Tag ausdrücklich zum Festgebet und zur Predigt eingeladen. Anschließend wünschen sich alle „Möge Allah deine guten Taten annehmen und dir und deiner Familie das Beste geben“.

Als Zeichen der Freundschaft und Hilfsbereitschaft beschenken sich viele Musliminnen und Muslime am Tag des Opferfestes - so ähnlich wie Christinnen und Christen es zu Weihnachten tun. Fast alle kommen in der Familie zusammen und essen gemeinsam.

In muslimischen Ländern ist es Tradition, zum Opferfest ein Tier zu schlachten, es in drei Teile zu zerlegen und zwei Teile davon zu verschenken. Ein Drittel bekommen oft Freunde und Verwandte, ein Drittel bedürftige Menschen und nur das letzte Drittel isst die Familie selbst.

Viele Musliminnen und Muslime in Deutschland spenden etwas. Manche geben etwas an Bedürftige in ihrer Umgebung, andere schicken Geld in ihre Heimatländer oder in Gegenden, in denen Menschen noch mehr auf Hilfe angewiesen sind.


Auch manche Alevitinnen und Aleviten feiern am Tag des Opferfestes ein Familienfest. Die meisten von ihnen leisten aber vor allem soziale Dienste und treffen sich in den Gemeindezentren, um gemeinsam Fürbitt-Gebete zu sprechen.