Tieropfer im Judentum
- wurden bis vor 2000 Jahren im Tempel dargebracht
epd-bild/Daniel Peter
Vor mehr als zweitausend Jahren war es ein Ritual, ein Lamm zum Pessach-Fest zu opfern. Heute gibt es im Judentum keine Tieropfer mehr.

Bis vor knapp zweitausend Jahren gab es im Judentum Tieropfer. Die Bibel erzählt, dass Gott sie den Israeliten genauestens auftrug (3. Buch Mose). Das hielt sie davon ab, Menschenleben für ihren Glauben zu opfern. Dies war in jener Zeit als Götzendienst unter den Heiden üblich, die viele Götter verehrten.

Auch Abraham und seine Nachfahren wollten ihrem Gott in bestimmten Situationen nicht mit leeren Händen entgegen treten. Daher dienten die Widder und anderen Tiere ihnen lange Zeit als "Ersatz-Geschenk".

Nach den Weisungen der Tora opferten sie die Tiere aber nur in ihrem Tempel. Ein Ritual war damals zum Beispiel ein Lamm-Opfer zum Pessach-Fest. Das erinnerte die Israeliten an ein Ereignis kurz vor der Flucht ihres Volkes aus Ägypten. Nach einer Erzählung der Bibel hatte Gott ihnen damals aufgetragen, ein Lamm zu schlachten und mit seinem Blut die Türpfosten am Hauseingang zu markieren. Das sollte die Hebräer vor einer Plage bewahren und das Leben ihrer ältesten Söhne retten.

Jeden Tag gab es verschiedene Opfer, die entweder ganz verbrannt wurden oder zum Teil den Priestern als Nahrung dienten. Dabei war genau vorgeschrieben, ob nur die Priester oder zusätzlich ihre Familien davon essen durften und wo sie es essen sollten. Jedes Opfertier, das im Tempel geschlachtet wurde, sollte bewusst von den Menschen dargebracht werden. Dadurch sollten sie bewusst erkennen, dass ein Tier für ihre Sünden starb. Ein Opfertier für einen erstgeborenen Sohn erinnert an das Sterben der erstgeborenen Söhne in Ägypten. Dankopfer zeigten, dass der Mensch Gottes gute Gaben nicht als Selbstverständlichkeit hinnimmt.

Als der zweite Tempel in Jerusalem vor fast 2000 Jahren zerstört wurde, ersetzten die Juden die Tieropfer endgültig durch "Lippenopfer". Damit sind Gebete gemeint.