Marburger Bürger feiern gemeinsam mit Muslimen in einem Ramadanzelt.
© epd-bild/Foto: Rolf K. Wegst
Ramadan
- der Fastenmonat der Muslime
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Ramadanzelt in Marburg: Während des islamischen Fastenmonats Ramadan hat der Verein Orientbrücke in Marburg 2011 in ein Ramadanzelt eingeladen. Marburger Bürger konnten sich dort über den Islam informieren.
Rebekka Illner, ar
27.09.2011 - 18:15

Ramadan heißt der 9. Monat auf dem Islamischen Kalender. Er ist der Fastenmonat der Muslime, dauert 29 oder 30 Tage und endet mit dem Fest des Fastenbrechens. Auf Arabisch heißt es Id al-Fitr. Vor allem viele Türken nennen es auch Zuckerfest.

Einmal im Jahr ist in vielen muslimischen Familien alles anders als sonst. Dann steht das Frühstück schon auf dem Tisch lange bevor es hell wird. Fast jeder isst eine Scheibe Brot mehr als sonst und trinkt vor allem viel, denn zwischen der Morgendämmerung und Sonnenuntergang gibt es im Ramadan nichts zu essen und zu trinken. Außerdem gelten in der Fastenzeit auch noch andere Regeln.

Im Ramadan wollen viele Muslime einmal besonders über ihren Glauben nachdenken und Allah näher kommen. Dieses Fasten ist für Muslime ein wichtiges Gebot. Es steht im Koran, heißt Saum und gehört zu den "Fünf Säulen des Islam".

 

Wie leben Muslime im Ramadan?
 

Wenn der Ramadan im Sommer liegt, dann klingelt der Wecker in vielen muslimischen Familien morgens schon sehr, sehr früh. Denn Frühstück gibt es nur bis zum Beginn der Morgendämmerung. Manche essen ein deftiges Frühstück. Anderen reicht eine Banane. Danach sprechen viele ihr erstes Gebet oder lesen vielleicht noch etwas im Koran. Wer sehr müde ist und die Zeit dazu hat, schläft noch etwas weiter.

Tagsüber ist das Essen verboten. So erlebt jeder einmal, wie sich arme Menschen fühlen, deren Magen häufig knurrt. Auch Zigaretten und Kaugummis sind tabu, außerdem alle Getränke. Sogar Wasser. Daher ist es wichtig, am Abend, in der Nacht und zum Frühstück viel zu trinken. Sonst wird man am Tag zu früh müde. Das wäre schlecht, denn die Fastenden gehen auch im Ramadan ganz normal zur Schule oder zur Arbeit. Dort warten ab und zu kleine Probleme: Zum Beispiel darf ein Koch zwar die Soße abschmecken, sie aber nicht hinunterschlucken. Das ist nicht immer leicht. Auch Schimpfen und Streiten gehören nicht in den Ramadan.

Am Nachmittag werden viele Fastende eher müde als sonst. Dann verzichten sie auf den Sport oder auf andere anstrengende Dinge, die nicht unbedingt erledigt werden müssen. Dafür versuchen sie viel im Koran zu lesen. Wer jeden Tag einen seiner 30 Teile liest, hat am Ende des Ramadan das ganze Buch geschafft.

Viele Muslime bemühen sich, im Ramadan besonders freundlich zueinander zu sein und sich gegenseitig zu helfen. Das ist für jeden Menschen zu jeder Zeit ein schönes Gefühl. Probiere es mal aus: Du kannst zum Beispiel im Bus jemandem deinen Sitzplatz anbieten. Oder heitere mit deinem Lächeln jemanden auf, der gerade traurig ist!

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